
In Frankreich gibt es zwei "Hohe staatliche Konservatorien für Musik" (Paris und Lyon). Die Zusammenarbeit mit Xavier Darasse und danach mit Jean Boyer für diese wichtige Orgel des Konservatoriums von Lyon verlief sehr konstruktiv; von beiden Professoren erhielten wir viel Vertrauen und Freiheit. Der Bau von Orgeln als Studieninstrument war für uns immer schon eine besondere Herausforderung. Schließlich stellt man den Studenten ein Instrument zur Verfügung, welches sie während langer Jahre begleitet und ihren musikalischen Geschmack möglicherweise entscheidend mitbestimmt.
Ein solches Instrument soll dem jahrelangen Aufwand des Studenten würdig sein, viel Energie zutragen, welche dabei hilft ihn beim Üben zu stimulieren und nicht etwa zu ermüden. Das kann nur dann gelingen, wenn zum Einen das Konzept des Instrument in sich geschlossen ist und zum Anderen die Traktur, Wind sowie die Intonation von hoher Qualität und Feinheit sind. Die Harmonie eines jeden Registers und jeder Pfeife prägen das Instrument in seiner Gesamtheit. Die Studenten schrieben uns : "natürlich sollten wir üben: aber an diesem Instrument möchte man am liebsten nur spielen"....
Das Instrument braucht innerhalb des kleinen historischen Raumes nicht nur einen anspruchsvollen und ausgewogenen Prospektentwurf, sondern auch eine farbenreiche und unaufdringliche Intonation. Durch die geschickte Wahl von Winddrücken, Mensuren, Legierungen und Bauformen der Zungen haben wir uns dieser Problematik gestellt.
Ganz bewusst sollte nicht eine Orgel "á tout jouer", sondern ein stilistisch in Mitteleuropa angesiedeltes Instrument ohne die Orientierung an einer ganz bestimmten Schule und mit zahlreichen Möglichkeiten der Interpretation geschaffen werden. Die zusammengestellten Register sollen alleine und in ihren Kombinationen verschiedenste Farben und Vokale hervorbringen.
Das Hauptwerk und das Hinterwerk stehen auf der gleichen Höhe, während sich nach mitteldeutscher Tradition das Oberwerk darüber und das Pedal dahinter befinden.

Jean Boyer
Professeur d’ Orgue
au Conservatoire Superieur de Lyon
... Cet orgue est tout simplement magnifique. L’ harmonisation, la traction mécanique, tout dans cet instrument est realisé à la perfection.
J’ ajoute que depuis dix ans (date de sa construction) l’ orgue est joué environ quinze heures par jour et qu’ il n’ a jamais rèvelé la moindre défaillance technique. La qualité et la fiabilité de cet orgue sont tout à fait remarquable!